Montag, 3. Juli 2023

28. Juni 2023 Fort Bragg CA - Point Arena CA

Der Kühlschrank war in der Nacht eine akustische Pest. So schön das Zimmer und die perfekte Aussicht hier auch ist, so etwas geht gar nicht. Und da die Lodge von der Größe her übersichtlich ist, muss das Problem irgendwann irgendjemandem sicher schon aufgefallen sein, wenn sich nicht schon ein vorheriger Gast beschwert hat. Einfach den Stecker ziehen ging leider nicht, da wir ihn ja für unsere verderblichen Lebensmittel und für die Kühlakkus brauchen. 
Heute wollen wir gemütlich an der Küste Richtung Süden fahren, und da unser nächster Übernachtungsort Point Arena nur 46 Meilen beziehungsweise 74 Kilometer entfernt ist und außerdem das Wetter zu stark bewölkt tendiert, können wir uns jede Menge Zeit nehmen. Zum Beispiel beim Frühstück auf dem Zimmer; leider nicht auf dem Balkon, da es dafür dann doch zu frisch ist.
Unser erstes Ziel heute ist der Bahnhof in Fort Bragg. Hier verkehrt der angeblich weltberühmte Skunk Train - "You can smell 'em before you can see 'em" -, eine an manchen Tagen dampfbetriebene Museumseisenbahn zwischen Fort Bragg und Willits im Landesinneren.  
Heute hat eine Diesellok Dienst am 11:30 Uhr- Zug, leider als Schiebelok, so dass die Motivsuche für ein Fotos ein wenig schwierig ist; an einem Bahnübergang in der Bahnhofsausfahrt klickt dann die Kamera.
Nach einem Einkauf im ohne Kundenkarte sehr preisintensiven Safeway- Supermarkt besuchen wir den Noyo Headlands Park, ein in den Küstenklippen gelegenes Naturschutzgebiet auf dem Gelände eines alten Flugplatzes. Der Park und auch die Aussicht aufs Meer sind jedoch nicht so spektakulär wie angekündigt und gehofft, außerdem ist es ohne Sonne ziemlich frisch, so dass wir recht bald wieder ins Auto steigen.
Wesentlich interessanter ist ein Besuch des Point Cabrillo Light Station State Parks. Die etwa 13 Kilometer südlich von Fort Bragg gelegene Leuchtstation ist eine der am besten erhaltenen historischen Leuchtturmanlagen der USA.
Hier sind neben dem eigentlichen noch immer in Betrieb befindlichen Lighthouse auch die Wohnhäuser der Leuchtturm-Bediensteten und ihrer Familien erhalten geblieben.
Vom etwas oberhalb gelegenen Parkplatz spazieren wir eine etwa einen Kilometer lange Straße bis zur historischen Anlage hinunter.Einige Tafeln am Weg informieren über Wale und die in diesem State Park vorkommenden Tiere, angeblich soll es auch Berglöwen geben, was Oskar halb im Ernst halb im Spaß etwas besorgt.
Leuchttürme sind für uns immer etwas ganz besonderes, so auch dieses oberhalb der Klippen direkt über dem Pazifik stehende kleine Lighthouse. 
Etwa 100 Meter entfernt zeigt das als kleines Museum zeitgenössisch eingerichtete Wohnhaus des Leuchturmwärters viel vom Leben hier am Rand des Ozeans, geprägt von dichtem Nebel und Wind, gestrandeten Schiffen und hupendem Nebelhorn.
Auf dem Rückweg zum Parkplatz steht rechts ein Deer in der Wiese, viel weiter weg als sein Kollege gestern Nachmittag, der sich zum Äsen eine Stelle unmittelbar am Fahrbahnrand auserkoren hatte.
Nächste Station unserer Küstenfahrt ist Mendocino. In diesem auch als Künstlerkolonie bekannten Dorf stehen eine Vielzahl schöner alter Holzhäuser, zum Großteil restauriert und gepflegt, oft mit liebevollen Bauerngärten davor und dahinter. Hier wurde die eigentlich in Maine spielende Serie MORD IST IHR HOBBY gedreht. Wir fahren mehrmals durch die Straßen hindurch um auch wirklich alles gesehen zu haben.
Eine kurze Stichstraße führt vom Dorf ans Meer und zu einer Natural Bridge, einem Felsbogen über der Brandung.
Die California #1 kommt im weiteren Verlauf der nun sehr schroffen Küste oftmals recht nahe. Einige Scenic Views erlauben tolle Blicke in die Klippenwelt, die bei dem diesigen Wetter eine geheimnisvolle Atmosphäre ausstrahlt.
Kurz vor unserem Ziel Point Arena hat uns der Nebel wieder, und so verschieben wir den Besuch beim hiesigen Leuchtturm in der Hoffnung auf besseres Wetter auf morgen.
Die heutige Unterkunft ist das etwas mondän wirkende Wharf Master's Inn, ein Hotel in den Klippen oberhalb des Point Arena Fishing Piers.
Unser Zimmer hat wieder einen - diesmal eingeschränkten - Meerblick, einen Whirlpool und ein als Heizung funktionierendes elektrisches Kaminfeuer. Hier arbeitet der Kühlschrank weitgehend geräuschlos, dafür ist das Doppelbett so schmal, dass wir hierin entgegen unserer Planung nicht zu Dritt schlafen können. Zum Glück lässt sich problemlos ein Beistellbett organisieren, so dass wir alle Platz finden.