Heute morgen ist von den gestrigen Wolken und dem starken Wind nichts mehr zu spüren. Die Sonne lacht am Himmel, dass es eine Freude ist.
Der Campground bietet ein Frühstück in extremer Minimalversion an, bestehend aus Kaffee und einem Tablett selbstgebackener Muffins - that's all.
Wir halten uns damit folglich nicht allzulange auf. Statt dessen kann Oskar noch ein wenig auf dem Spielplatz spielen und Schildkröten füttern, während ich das Auto packe.
Entlang des inzwischen vertrauten Salzsees fahren wir wieder ein paar Meilen unseres gestrigen Weges zurück und biegen dann in Olancha, das mehr aus Ruinen denn bewohnten Häuser zu bestehen scheint, in Richtung Death Valley ein. 107 Meilen steht auf dem Schild am Abzweig.
Schnurgerade verläuft die Straße, zunächst südlich um den Salzsee herum und wir komplettieren so dessen Zweidrittel- Umrundung.
Anschließend bringt uns ein etwas kurvigerer Straßenverlauf auf ein staubiges Hochplateau und an das Eingangsschild des Death Valley National Parks heran.
Nun muss sich die Straße die 1.000 Höhenmeter dort hinunter hinabwinden. Durch gekonnte Trassierung wurde dabei vermieden, auf starkes Gefälle und übermäßig enge Kurven zurückzugreifen; statt dessen lässt sich der Höhenverlust bequem herunterfahren.
Unten angekommen durchqueren wir auf schnurgerader Strecke die große Sandfläche und fahren auf der anderen Talseite wieder bergauf. Die Auffahrt liegt bei starker Steigung in praller Sonneneinstrahlung, deshalb empfehlen Schilder wegen Überhitzungsgefahr die Klimaanlagen in den Autos auszuschalten.
Unten angekommen durchqueren wir auf schnurgerader Strecke die große Sandfläche und fahren auf der anderen Talseite wieder bergauf. Die Auffahrt liegt bei starker Steigung in praller Sonneneinstrahlung, deshalb empfehlen Schilder wegen Überhitzungsgefahr die Klimaanlagen in den Autos auszuschalten.
Oben liegt der Towne Pass, 4.963 Fuß bzw. 1.513 Meter hoch, nun sind wir in etwa wieder auf dem Niveau von vorhin. Dahinter beginnt direkt wieder das Gefälle; es geht nun hinab in das eigentliche Death Valley, das sich breit vor uns erstreckt, und bis auf unter Meereshöhe.
Wie auf einer breiten Rampe verläuft das Gelände mit mäßigem Gefälle bergab, die Straße passt sich dem an, zeigt nun kilometerlang wenig Abweichungen von der Fallinie.
Beinahe ganz unten liegt Stovepipe Wells, die einzige Siedlung im Tal, die aus einer kleinen Tankstelle, einem Saloon und einem General Store besteht. Außerdem muss es wohl noch irgendwo eine kleine Feuerwache geben, denn das Wrack eines alten Feuerwehrautos rostet am Rand eines Parkplatzes vor sich hin.
Einen Kilometer weiter kann man von einem Parkplatz aus in die Dünen der Mesquite Flat Sand Dunes gehen. Schilder warnen vor den Gefahren der Hitze, und dass es im Sommer nicht ratsam ist, sich hier länger aufzuhalten. Heute ist es zum Glück nicht ganz so heiß, das Thermometer zeigt jetzt am späten Vormittag nur 95 Grad Fahrenheit, das sind 35 Grad Celsius.
Unsere nächste Station ist das Visitor Center des Nationalparks. Hier bekommt Oskar von einer freundlichen Park Rangerin ein Kinderheft mit zu lösenden Aufgaben und Rätseln überreicht; schafft er eine bestimmte Zahl von Lösungen, verspricht sie ihm eine Belohnung. Natürlich helfen wir Oskar dabei, und er erreicht mehr als die die erforderliche Mindestzahl. Als Belohnung bekommt Oskar von der Park Rangerin ein Junior Park Ranger- Abzeichen, und muss, wie es sich gehört, den für einen Junior Park Ranger erforderlichen Eid ablegen. Er hebt also die rechte Hand und spricht nach:
"As a Death Valley Junior Ranger, I promise to - protect wild and special places
- respect nature by leaving rocks, plants, and animals alone
- honor history by leaving objects where I find them
- share my adventures with my friends and family."
Das macht er auf seine Art und dem Nachsprechen in Englisch wirklich ganz klasse. Nun haben wir also einen Park Ranger im Haus; und als Oskar dann noch sagt, dass er eigentlich Polizist werden will, antwortet die Rangerin lächelnd dass es auch Nationalpark-Polizisten gibt.
Nach dieser schönen Aktion fahren wir durch eine vegetationslose Landschaft entlang einer weiß leuchtenden Salzfläche und Felswänden in vielen roten und beigen Farbnuancen weiter.
Ein Schild zeigt an, dass wir nun die Meereshöhe passieren, danach ein weiteres, dass wir 100 Fuß unter dem Meeresspiegel sind
Am Badwater Basin haben wir dann den tiefsten Punkt des amerikanischen Kontinents erreicht, 282 Fuß bzw. fast 86 Meter unter Normal Null. Hier gibt es inmitten der flirrenden Ödnis einen kleinen Quelltümpel; das umgebende Salz macht das Wasser jedoch ungenießbar, daher stammt der Name Badwater (schlechtes Wasser).
Auch hier ist es wieder sehr heiß, das Thermometer ist auf 105 Grad Fahrenheit (40,6 Grad Celsius) gestiegen; von den sonst üblichen Temperaturen oder gar dem Hitzerrekord von 1913 sind wir jedoch zum Glück weit entfernt. Damals wurden hier 56,7 Grad Celsius gemessen, die bisher höchste auf der Erde gemessene Temperatur.
Ein wenig kurios: Ausgerechnet in dieser ausgetrockneten Umgebung schafft es Oskar, in ein kleines Wasserloch zu treten; er ist wahrscheinlich der einzige heute, der das Death Valley mit nassen Schuhen verlässt.
Danach verlassen wir das Tal des Todes. Bei der Auffahrt auf der östlichen Seite halten wir noch kurz am Zabriskie Point, einem Aussichtspunkt, der einen Blick ins Tal und auf bizarre und farbenprächtige Erosionslandschaften eröffnet.
Nach Verlassen des Nationalparks verläuft die Straße wieder in langen Geraden auf der Hochebene. An der Kreuzung im verlassen wirkenden Flecken Death Valley Junction wirbt ein Plakat für die nächste Tankstelle. Diese befindet sich schon in Nevada, mit "Nevada Prices" und damit deutlich billiger als im teuren Kalifornien.
Die Staatsgrenze passieren wir kurz darauf, keines der eigentlich üblichen Begrüßungsschilder steht an der Straße, lediglich am wechselnden Straßenbelag ist zu erkennen, dass wir Nevada erreichen.
In Pahrump, ein flächenmäßig riesiges Städtchen mit 44.000 Einwohnern, endet für uns dieser lange Tag. Dass wir nun in Nevada sind, zeigt sich unmissverständlich anhand dreier großer Casinos entlang der Hauptstraße.
Nach einem kurzen Abstecher zum Walmart für den Einkauf des Abendessens und Obst sowie Ergänzung der Wasser- und Biervorräte rollen wir bei unserer Unterkunft vor, dem K7 Bed & Breakfast, ein kleines Motel mit angeschlossener Pizzeria, die Montags und Dienstags leider geschlossen ist.
Wir werden freundlich begrüßt von Patty, einer reizenden älteren Dame, mit der sich schnell ein angenehmes Gespräch entwickelt. Hier fühlen wir uns sofort sehr wohl.
Oskar stellt sich inzwischen jedem mit "My name is Oskar" vor; Patty findet dass wohl so süß, dass sie ihm für den Abend zwei Spiele in die Hand drückt.
Unser Tagwerk beschließen wir dann mit einem Abendessen auf der Terrasse vor unserem Zimmer.