Sonntag, 4. Juni 2023

03. Juni 2023 San Francisco CA - Monterey CA

In dieser Nacht fand im Umfeld des Hotels eine Party statt, die bis fünf Uhr andauerte und uns um einen großen Teil unseres Schlafes brachte. 
Wir sind trotzdem früh auf, holen wir doch heute unseren Leihwagen ab und starten unsere Tour.
Vom Hotelshuttle lassen wir uns wieder zum Flughafen bringen und fahren dort dann noch eine gute Strecke mit der Flughafenbahn bis zur Station “Rental Car Center”. Hier ist es um dreiviertel acht noch angenehm leer, wir scheinen die ersten hier bei Alamo zu sein. Bei einer ausgesprochen mürrischen Frau erledigen wir die Formalitäten, deren Laune sich auch nicht bessert, als wir das von ihr angebotene Zusatzversicherungspaket ablehnen, das angeblich unseren bereits vorgebuchten Premium-Schutz noch weiter komplettieren soll. Dann bekommen wir von einer umso freundlicheren jungen Asian American unser Gefährt für die nächsten vier Wochen zugewiesen. Ein Chevrolet Tahoe SUV mit Kennzeichen aus Missouri, der platzmäßig keine Wünsche offenlässt und die Sorge, ob unser Gepäck in ihm auch Platz findet, mit einem Kofferraum beantwortet, der die Fläche einer halben Tischtennisplatte zu haben scheint. Erstaunlicherweise hat dieses Luxusgefährt jedoch kein Navi eingebaut, so dass wir ein Tomtom-Gerät erhalten - eine fast lächerliche Diskrepanz zum sonstigen verschwenderischen Ambiente.
Um halb neun fahren wir los. Unser erstes Ziel ist die Kleinstadt Pacifica, von hier aus wollen wir über die Küstenstraße des California Highway 1,  Richtung Süden fahren. Wunderbar ist der erste Blick auf den Ozean, der sich endlos vor der Küste auszudehnen scheint.
War das Wetter in der Früh noch sonnig, wird es nun leicht neblig, typische Bedingungen im küstennahen Umland von San Francisco. Aber die Sonne wird bald mit zunehmendem Erfolg gegen den Dunst ankämpfen.
Es geht auf dem Nr. 1 nun entlang der Halfmoon Bay und dann durch Dünen und felsige Uferbereiche, der Pazifik ist dabei mal näher, mal weiter weg. 
Immer wieder kommen wir an Stränden vorbei, an denen bereits zu dieser frühen Stunde unzählige Surfer auf die richtige Welle warten und dann auf ihr entlang reiten.
Am Pigeon Point Lighthouse machen wir unseren ersten größeren Stopp. Dort konnten wir 2019, als wir diese Straße zum ersten Mal befuhren, mit unserem großen Wohnmobil nicht hinfahren. Heute sind die schmale Straße und der kleine Parkplatz kein Problem, und wir können uns den auf einer Klippe aufragenden Leuchtturm aus der Nähe anschauen.
Inzwischen außer Dienst wartet er offensichtlich auf eine Renovierung, aber auch so bietet er einen herrlichen Anblick und erinnert uns an diverse Gemälde von Edward Hopper, der von Leuchttürmen ähnlich begeistert war wie wir.
Kurz darauf kehren wir in der Whale City Bakery zu einem späten zweiten Frühstück oder frühen Lunch ein. Diesen Diner kennen wir auch schon von 2019, und wieder schmecken uns Omelette und Burger.
Über Santa Cruz fahren wir weiter nach Moss Landing. Der kleine Hafen ist bekannt für die auf seinen Stegen und Pontons liegenden Seelöwen, für die es sogar eigene Wildwechsel-Schilder gibt. 
Leider sind heute vielleicht wegen des samstäglichen Trubels im Hafen keine Tiere zusehen; aber zumindest hören wir in der Ferne deren typische Rufe.
Danach entfernt sich das Meer von der Straße und  führt durch ausgedehnte Erdbeerfelder, auf denen die personalintensive Ernte in vollem Gange ist. Die Früchte werden in vielen Ständen entlang der Straße feilgeboten, und auch wir kaufen eine Stiege Erdbeeren ein, die ebenso surreal groß wie lecker sind.
Kurz darauf halten wir beim WALMART in Marina, um uns einzudecken mit den Dingen, die wir für die nächsten Wochen brauchen, zum Beispiel Teller, Besteck und eine Kühlbox.
Nun ist es nicht mehr weit bis Monterey. In dem Badeort haben wir in der Stage Coach Lodge reserviert. Dieses Hotel ist wie ein Motel gestaltet, das heißt man parkt direkt vor dem Zimmer, was das Auspacken enorm erleichtert.
Am späten Nachmittag gehen wir hinunter zum Meer. Der Weg führt entlang einer gediegenen Wohnstraße, die den Wohlstand hinter gekonntem Understatement verbirgt, bis zu den zu einem kleinen Park gestalteten Dünen. 
Oskar spielt ein wenig im Sand, Susanne und ich setzen uns im Licht des Spätnachmittags auf einen Baumstamm und genießen das Geräusch der Brandung. Ein herrlicher Abschluss unseres ersten Tages on the road